Führung - Written by on Montag, September 28, 2015 7:35 - 0 Comments

Der Bundesworkshop – Zahlen, Fragestellungen, Ergebnisse und Ausblick

Frank Schomburg und André Sobieraj stellten auf der diesjährigen Zukunft Personal die Ergebnisse der Kulturstudie „Gute Führung“ vor und eröffneten damit den Bundesworkshop.

Beim Bundesworkshop „Gute Führung“ am 17. September 2015 nahmen an den vier Standorten Köln, Hamburg, Berlin und Sinsheim insgesamt rund 400 Führungskräfte teil. Der Vormittag startete mit einem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten Vortrag und einer Podiumsdiskussion zum Thema „Arbeiten 4.0“, die auf der Fachmesse Zukunft Personal in Köln stattfanden und an alle Standorte des Bundesworkshops live übertragen wurden. Es folgten Begrüßungsansprachen der Gastgeber Otto, SAP, Rentenversicherung Berlin-Brandenburg an den verschiedenen Orten und anschließend wieder live aus Köln die Präsentation der Ergebnisse der Kulturstudie „Gute Führung“.

Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmer an den vier miteinander vernetzten Standorten mit dem Moderationstool nextmoderator gemeinsam an Lösungsansätzen und Erfolgsprinzipien zu den Herausforderungen, mit denen sich Führungskräfte konfrontiert sehen. In Tischgruppen mit jeweils drei Teilnehmern stand dafür jeweils ein Laptop zur Verfügung. Eingaben wurden erfasst und in Echtzeit mit den anderen Standorten synchronisiert, sodass ein verzögerungsfreier Austausch und eine gemeinsame Arbeit überregional möglich war. Das war in dieser Form eine Premiere.

Status Quo und Veränderungsnotwendigkeit

Zu Beginn war jeder Teilnehmer in einer TED-Umfrage einzeln gefragt, seine persönliche Einschätzung zur aktuellen Phase des eigenen Unternehmens sowie den Grad der Veränderungsnotwendigkeit für die Führung abzugeben. Insgesamt wurden 320 Stimmen abgegeben. Während die aktuelle Phase der eigenen Unternehmen alle Bereiche zwischen Krise und Wachstum abzudecken scheint – mit Tendenz zu „Wachstum“ – wurde die Frage nach dem Grad der Veränderungsnotwendigkeit für Führung eindeutig beantwortet: 80% der Teilnehmer bewerteten in Richtung Paradigmenwechsel.

Gemeinsames Brainstorming zu Spannungsfeldern

Der Einstieg in den Bundesworkshop erfolgte über 6 Spannungsfelder, mit denen Führungskräfte in einer hoch vernetzten Welt konfrontiert sind. Zu jedem Spannungsfeld wurde ein Brainstorming durchgeführt:

Unternehmen – Arbeitsmarkt
Mitarbeiter – Arbeitsmarkt
Unternehmen – Gesellschaft
Mitarbeiter – Gesellschaft
Führungskraft – Unternehmen
Führungskraft – Mitarbeiter

Im Brainstorming diskutierten und reflektierten die Führungskräfte über das gesamte Netzwerk, was die Herausforderungen sind, mit denen sie sich konfrontiert sehen und wo Führungshandeln und -prinzipien an ihre Grenzen stoßen. Jedem der sechs Spannungsfelder stand dafür eine eigene Diskussionsliste zur Verfügung. Die meisten Beiträge wurden zu den Spannungsfeldern „Führungskraft – Unternehmen“ und „Führungskraft – Mitarbeiter“ abgegeben.

Insgesamt gaben die Führungskräfte in der vierzigminütigen Diskussion über das Netzwerk 473 Beiträge, 642 Kommentare und 1.825 Bewertungen ein.

Priorisierung der Spannungsfelder und Bildung neuer Arbeitsgruppen

In einem nächsten Schritt war jeder Teilnehmer aufgefordert, die sechs Spannungsfelder für die Entwicklung konkreter Lösungsansätze nach persönlicher Priorität einzuordnen. Dem Moderationssystem wurde so zurückgemeldet, mit welcher Schwerpunktperspektive der einzelne Teilnehmer weiterarbeiten möchte und es berechnete die ideale Zusammensetzung der neuen Arbeitsgruppen für die Entwicklung der Lösungsansätze. Die Teilnehmer wurden entsprechend ihrer Präferenzen den neuen Tischgruppen zugeordnet. Die höchste durchschnittliche Priorität erhielten die Themenschwerpunkte „Führungskraft – Mitarbeiter“ und „Führungskraft – Unternehmen“.

Entwicklung von Lösungsansätzen

Die neu zusammengesetzten Gruppen entwickelten jeweils einen Lösungsansatz pro Schwerpunktperspektive. Dazu stand ihnen die Brainstormingliste mit allen Beiträgen zur Verfügung und Eingabefelder zu verschiedenen Aspekten, wie zur Ist- und Soll-Situation des Lösungsansatzes, notwendigen Voraussetzungen, hilfreichen Methoden, u.v.m. Insgesamt wurden über alle Standorte hinweg 102 Lösungsansätze erarbeitet und in das System eingegeben.

Feedback und Erfolgsprinzipien

Im Anschluss daran bekam jede Tischgruppe fünf zufällig ausgewählte Konzepte anderer Gruppen von allen vier Standorten zur Einsicht und Kommentierung. Es wurden insgesamt 325 Kommentare und Anregungen eingegeben. Auf diese Weise wurden alle Konzepte mit diversen Rückmeldungen versehen. Unmittelbar im Anschluss daran erhielt jede Tischgruppe ihren Lösungsansatz zurück – ergänzt um die Kommentare der anderen Teilnehmer. Daraufhin konnte die Gruppe weitere Anpassungen und Ergänzungen am eigenen Konzept vornehmen. Außerdem sollte jede Gruppe ihren Lösungsansatz um ein Erfolgsprinzip ergänzen, das ihrem Lösungsansatz zu Grunde liegt. Auf diese Weise wurden insgesamt 93 Erfolgsprinzipien formuliert, verknüpft mit den erarbeiteten Lösungsansätzen.

Die wichtigsten Erfolgsprinzipien

Als letzte Gemeinschaftsaktion bewertete jede Tischgruppe die Erfolgsprinzipien, die in einer Listendarstellung auf den Computern zur Verfügung gestellt wurden. Pro Laptop konnten 5 Stimmen abgegeben werden – 449 abgegebene Stimmen waren es am Ende. Das Ergebnis der Abstimmung lag in Form einer nach Zustimmung sortierten Gesamtliste vor, die von den Moderatoren vor Ort als auch im anschließend zugeschalteten Livestream aus Köln von Frank Schomburg inhaltlich reflektiert wurde.

Zukünftiger Austausch

Zum Ende der Veranstaltung erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Kontaktdaten zu den Lösungsansätzen einzugeben, zu denen sie sich zukünftig gerne weiter austauschen möchten. 87 Personen trugen sich ein. Die beliebtesten Lösungsansätze zur weiteren Bearbeitung sind :

– „Unternehmenskultur – Leitbild“ (19 Personen)
– „Unternehmens- und Führungskultur weiterentwickeln“ (17 Personen)
– „Gemeinsam für die beste Lösung statt Suche nach Schuldigen“ (16 Personen)

Für die weitere Bearbeitung sind neue Online-Workshops in Vorbereitung. Sie sind bereits auf unserer Website angekündigt.

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Die Konzepte von „Guter Führung“ – Die Folien der Ergebnispräsentation


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Prof. Dr. Peter Kruse

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