Gesellschaft, Neue Arbeitswelten - Written by on Sonntag, Oktober 5, 2014 16:20 - 0 Comments

Zukunft ohne Management?

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) führte die nextpractice GmbH 400 nextexpertizer Interviews zum Thema „Führung“ durch. Die Ergebnisse wurden vor wenigen Tagen auf der website „Forum Gute Führung“ veröffentlicht. Für Prof. Peter Kruse ist es wichtig herauszustellen, dass Führung im Unternehmen nicht losgelöst von der Gesellschaft betrachtet werden kann. Führung ist zu einem gesamtgesellschaftlichen Thema geworden und hat nun auch die Mangementetagen der Unternehmen erreicht.

Warum?

In den letzten Jahren wurde die Vernetzungsdichte derart erhöht, dass daraus ganz zwangsläufig Dynamiken, Nicht-Linearitäten und Komplexitäten entstanden sind, die ein Einzelner kaum mehr alleine begreifen und bewerkstelligen kann. Die digitalen Medien verändern das System, in dem wir leben und arbeiten; sind also weit mehr als eine neue Distributions-, Kommunikations- oder Produktionsform. Diese Veränderung hat systemischen Charakter und betrifft somit uns alle. Peter Kruse bezieht sich in seinen Äusserungen auf Wolfgang Coy, der bereits 1993 (!) gesagt hat, dass wir durch die Änderungen in diesem System am Anfang eines kulturell subversiven Prozesses stehen, der uns die nächsten Jahrzehnte beschäftigen wird. Das war sehr weise und weit vorausschauend! Heute sind wir mittendrin in diesem Prozess und er stellt uns vor immer größere Fragen – wirtschaftlich und gesellschaftlich.

Für Führung bedeutet dies, dass wir uns sehr schnell weg bewegen von den alten linearen top-down Modellen hin zu nicht-linearen Netzwerkstrukturen, deren Ausgestaltung idealerweise ein Aushandlungsprozess zwischen allen Beteiligten zu Grunde liegt. Wie man dabei vorgehen kann, beschreibt Kruse in einer Art Roadmap für gute Führung, die von den Ergebnissen der nun vorliegenden Wertestudie gespeist wird.

In diesem Interview bezieht Peter Kruse Stellung zu den wichtigesten Ergebnissen der Studie.

 

What’s next?

Die Erhebung und Auswertung der Daten ist abgeschlossen und veröffentlicht, ein grosses Stück Arbeit liegt aber noch vor uns: nämlich wie gestalten wir diesen gesellschaftlichen Suchprozess von dem Peter Kruse hier spricht? Wie tauschen wir uns zielführend aus, damit wir gemeinsam erarbeiten was „Gute Führung“ denn ist?

Diesen Schritt müssen wir nun gehen. Die Studie gibt uns viele Anhaltspunkte darüber, welche Themen in diesem Prozess resonanzfähig sind und der Reflexion bedürfen. Auf der Plattform „Forum Gute Führung“ werden wir ab November gemeinsam mit unseren Projektpartnern online workshops anbieten mit dem Ziel, ausgewählte Ergebnisse zu diskutieren, gemeinsam zu reflektieren und Lösungsansätze zu sammeln und zu bewerten. Diese Workshops sollen ausserdem dazu dienen, ein gemeinschaftliches Grundverständnis für das Thema zu schaffen. Zum Einsatz kommt dabei unser Großgruppen-Moderationstool nexmoderator.

Darüberhinaus soll ein live event stattfinden, das Führungskräfte aus ganz Deutschland an vier Standorten zusammenbringt und vernetzt. Ziel dieser Veranstaltung ist es, ein Führungsleitbild für Deutschland zu entwickeln. Die Verbindung von offline und online in dem vor uns liegenden Austauschprozess ist von grosser Bedeutung, denn bis heute haben wir es nicht geschafft, das Internet so zu nutzen, dass es Reflexion, Austausch und gemeinsames Verständnis unter vielen zulässt.


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Unter dem Dach von “What’s Next” fasst
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all seine Aktivitäten zu sozialen, politischen und gesellschaftlichen Themen zusammen.

Prof. Dr. Peter Kruse

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"In einer vernetzten Gesellschaft lässt sich nichts mehr durchsetzen, wenn es nicht in der Gesellschaft resonanz- und akzeptanzfähig ist."

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