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Führung - 16 Sep, 2015 7:18 - 0 Kommentare

Ja, Führung hat viele Gesichter …

… und wird deutlich komplexer werden. Das sagte Frank Roebers, CEO der Synaxon AG bereits 2008 in diesem Interview mit Ulrike Reinhard.

Warum wir dieses Interview heute nochmals hier posten hat zwei ganz unterschiedliche Aspekte. Zum einem nimmt Frank Roebers in den unterschiedlichen Abschnitten des Interviews ganz konkret Bezug zur Arbeit von Prof. Kruse in der Form, dass Roebers Wege aufzeigt, wie Kultur verändernde Prozesse bei der Synaxon AG angestossen wurden und zum anderen bietet das Interview sehr gute und tiefe Einblicke wie Führung sich komplett verändert hat und wie facettenreich und komplex sie geworden ist. Das Interview hat nichts an Aktualität verloren und es sollte all denjenigen, die sich mit diesem Veränderungsprozess „Führung“ befassen, die Stunde wert sein – es lohnt sich wirklich!

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Führung - 15 Sep, 2015 9:36 - 0 Kommentare

Hat Führung viele Gesichter?

Das Forum „Gute Führung” ist in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in Folge auf der Messe “Zukunft Personal”. Vor drei Jahren wurden die ersten Ergebnisse der Wertestudie “Gute Führung” vorgestellt, die nextpractice für das Projekt „Forum Gute Führung“ durchgeführt hat. Die Studie wurde 2013 und 2014 durch des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) gefördert. Im vergangenen Jahr ging es dann ins Detail und in diesem Jahr haben wir uns vorgenommen, gemeinsam mit 400 Führungskräften an vier Standorten, die miteinander vernetzt sind, aufbauend auf den Studienergebnissen, Erfolgsprinzipien von Führung zu entwickeln. Denn, so die Ergebnisse der Studie: Sollte sich nichts Grundlegendes an der Führungspraxis der Manager ändern, gerate die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland in Gefahr. Denn Erfolgsrezepte von gestern wie effiziente Zielerreichung und das Steuern über Kennzahlen könnten sich vor dem Hintergrund steigender Dynamik und Komplexität zum Risiko von morgen entwickeln.

Eine Herausforderung, die Führungskräfte in den nächsten Jahren wohl bewältigen müssen, ist die Einbeziehung von nicht linearen Netzwerkstrukturen und von partizipativen Elementen in bestehende überwiegend noch linear hierarchische Strukturen. Unternehmen durchlaufen heute in immer kürzeren Abständen verschiedene Phasen, die unterschiedliche Formen von Führung brauchen. Mal von notwendiger Effizienz getrieben, hierarchisch steuernd in der Linie, mal auf der Suche nach Innovationen, anregend moderierend in einer Netzwerkstruktur. Zwischen Hierarchie- und Netzwerk-Modus schnell wechseln zu können und über die Gestaltung von ergebnisoffenen Prozessen immer die besten Lösungen zu finden – so in der Art wird „Gute Führung“ in der Zukunft definiert werden. Und sicherlich ist das „System Unternehmen“ auch noch in sich differenzierter hinsichtlich unterschiedlicher Bereiche, Funktionen und Entwicklungsnotwendigkeiten zu betrachten: So werden die marktnah agierenden Bereiche wie Kommunikation, Marketing, Vertrieb und Service tendenziell eher flexibel und dynamisch im intelligenten Netzwerk mit flacher Hierarchie erfolgreicher agieren. Produktion, Verwaltung und Finanzen hingegen tendenziell eher straff gesteuert und geregelt für Rendite sorgen. Tendenziell – denn auch bei dieser Betrachtungsebene gilt, nichts ist beständiger, als der Wandel. Es ist ein Ergebnis offener Prozess.

Unternehmen, die sich bereits vor vielen Jahren auf diesen Weg der Veränderung eingelassen haben, bestätigen dies: John Chambers von CISCO hat sich bereits Ende der neunziger Jahre darauf eingelassen, dem Konzern mit 80.000 Mitarbeitern eine Netzwerkkultur zu geben. Er hat CISCO in eine e-company gewandelt und hat das Management der Firma auf mehr als 1000 Manager ausgeweitet. Wie kein zweites Unternehmen scheint CISCO in der Lage zu sein, zwischen Hierarchie- und Netzwerk-Modus zu wechseln. In diesem Video über John Chambers werden viele Qualitäten seiner Führung genannt. CISCOs Wandlungsprozess wurde in vielen Studien analysiert und dokumentiert.

Ganz radikale Beispiele von Unternehmen, die ganz und gar auf Hierarchie verzichten, sind 37signals oder Valve. Beide Unternehmen sind Marktführer in ihren Segmenten – und zwar unangefochten! Interessant ist, dass die Gründer von Valve sagen, die Auswahl unserer Mitarbeiter ist DAS alles entscheidene Kriterium für unseren Erfolg, Kein Wunder, dass das Handbuch für neue Mitarbeiter der Firma sehr ausführlich und in seiner Art sicherlich auch einmalig ist. Es wird kontinuierlich fortgeschrieben. Die Anforderungen an Valve Mitarbeiter sagen viel darüber aus, was Führung in diesem Unternehmen ausmacht. Frank Roebers, CEO der Synaxon AG, die in Deutschland als Enterprise 2.0-Unternehmen ein Vorzeigebeispiel war und auch bereits seit Jahren sehr verantwortungsbewusst an ihrem Führungs- und Unternehmensleitbild arbeitet, beschreibt Führung als sehr, sehr “variables” Element, das je nach Unternehmenssituation angepasst wird. Mal mehr Linie, mal mehr Netzwerk. Die Kunst liegt darin, den schnellen Wechsel zwischen den beiden Systemen hinzubekommen, das sagt Frank Roebers ähnlich wie John Chambers. Und dies nicht nur auf das gesamte System Unternehmen betrachtet, sondern durchaus auch auf einzelnen Unternehmensbereiche. So ist Kommunikation sicherlich ein eher dauerhaft Netzwerk orientiertes Konstrukt, während Finanzen und Controlling eher Hierarchie aufweist. Je nach Situation.

Was bedeutet dies? Muss der Manager von morgen die gesamte Klaviatur von Führung beherrschen, um in einer zunehmend volatilen Welt immer „gut“ zu führen? Wird Führung situativ und sind die Tage von Hierarchie in einer vernetzten Welt gezählt? Oder machen vielleicht Netzwerkstrukturen nur bedingt Sinn und sind manchmal gar nicht geeignet? Ist dann hierarchische Führung in der Linie nach wie vor das Erfolgsprinzip? Im unserem Bundesworkshop am 17. September wollen wir diesen Fragen nachgehen und angeregt durch die Studienergebnisse, konfrontiert mit den zahlreichen Spannungsfeldern unserer Arbeitswelt im Wandel und letztlich bereichert durch die Erfahrungen der anwesenden Führungskräfte gemeinsam Führungsprinzipien für die Zukunft entwickeln.

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all seine Aktivitäten zu sozialen, politischen und gesellschaftlichen Themen zusammen.

Prof. Dr. Peter Kruse

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"In einer vernetzten Gesellschaft lässt sich nichts mehr durchsetzen, wenn es nicht in der Gesellschaft resonanz- und akzeptanzfähig ist."

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