Studien
Studien - Montag, Juli 5, 2010 15:46 - 2 Comments
Enquete-Kommission: Internet und digitale Gesellschaft
Beitrag zur öffentlichen Anhörung am 5. Juli 2010
„Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.”
Antoine de Saint-Exupéry
Vorbemerkung
Der Mehrwert einer Expertenanhörung ist um so größer, je unterschiedlicher die eingebrachten Teilperspektiven sind und je klarer zwischen persönlicher Meinungsäußerung und faktengestützter Einschätzung unterschieden wird. Die im Folgenden zusammengefassten Thesen zu den „Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft“ sind ausschließlich aus dem Blickwinkel psychologischer und systemtheoretischer Erkenntnisse formuliert. Für ein Aufgreifen rechtlicher oder technischer Aspekte fehlt mir persönlich die notwendige Tiefe fachlicher Kenntnisse. Die weiter unten ausgeführten 10 Thesen basieren einerseits auf den Resultaten einer Reihe empirischer Studien, die wir in den letzten Jahren für verschiedene Auftraggeber aus Wirtschaft und Gesellschaft durchgeführt haben sowie andererseits auf Beobachtungen bei der konkreten Begleitung von Unternehmen und Organisationen im Umgang mit den neuen Medien. Bei den empirischen Studien ging es nicht um die Erfassung von bereits laufenden Verhaltensänderungen, sondern um das frühzeitige Aufspüren von Trends und Tendenzen in der Entwicklung der kulturellen Wertvorstellungen, die zukünftigen Verhaltensänderungen zu Grunde liegen. Der Versuch, Zukunft vorherzusagen, ist je sicherer zum Scheitern verurteilt, je mehr die Komplexität und Dynamik von Entwicklungen anwächst. Da die Digitalisierung einer der Haupttreiber für Prozess-beschleunigung und Interaktionsdichte ist, trägt sie selbst nicht unwesentlich zur Erschwerung einer seriösen Abschätzung der entsprechenden Technologiefolgen bei. Zudem ist bezogen auf die Digitalisierung ein Rückgriff auf Erfahrungswerte nahezu unmöglich, da bislang noch keine andere technologische Innovation eine vergleichbare Durchdringungsgeschwindigkeit und Alltagsreichweite gehabt hat. Was bleibt, ist der Rückzug auf die differenzierte Betrachtung gegenwärtig existierender oder sich bildender Einstellungen und Wertmaßstäbe der gesellschaftlichen Akteure. Das Wissen um die aktuellen Präferen-zen der Menschen, die die Zukunft gestalten, liefert noch am ehesten Aussagen über mögliche Auswirkungen.
Gesellschafts-Monitorings (Wertekompass) zu relevanten Schwerpunktthemen wie Arbeit, Bildung, Gesundheit, Ernährung, Mobilität, Umweltschutz etc. der Allgemeinheit zur Verfügung, und zwar unter:



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